Olga und Levin bohren zusammen
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DIY Hubus

Eines Tages erhalte ich einen Anruf von Anja aus Berlin. Anja gehört zu einem jungen Start Up und hat gemeinsam mit Julia den Hubus entwickelt – erhältlich fertig zusammengeschraubt oder als Baukasten DIY Hubus. Ich bin sofort begeistert und lasse mir so einen Baukasten zuschicken. Schon beim Öffnen des Paketes strahle ich vor entzücken. Mit so viel Liebe und Blick fürs Detail sind die Einzelteile sortiert und beschriftet. Und das Ganze tatsächlich mit gelesenem Zeitungspapier fixiert, ganz so, wie wir es selbst in unserem Onlineshop machen, um keine neuen Ressourcen verschwenden zu müssen. Das Einzige, was mein Zero Waste Zartgefühl etwas zum Zucken bringt, ist der Dichtkleber. Ohne ihn geht es mit Holz leider nicht. Aber sehen wir es mal so: Durch die Kiste kann ich so viel Transportaufwand und Verpackung für Pflanzenerde sparen, dass sich diese Tube bald amortisiert hat.

Das Bild der zwei sich windenden Kompostwürmer begegnet mir mehrfach und ich habe mich wirklich darin verliebt (Auch, wenn ich mittlerweile gelernt habe, dass es sich dabei wohl um die Selbstliebe eines einzelnen Wurms handelt). Es sind halt Würmer, die wir im besten Fall eher ignorieren und im schlimmsten Fall mit Ekel betrachten. Bei Kompost denken wir auch eher an einen matschigen, schimmligen, stinkenden Haufen. Und dann dieses Bild von den zwei in Szene gesetzten Würmern, die sich umeinanderschlingen. So gar nicht eklig, sondern wunderschön. Und dieses Bild steht stellvertretend dafür, dass wir diese Lebewesen grundsätzlich unterschätzen. Denn ohne sie ist ein fruchtbarer Boden, der uns Lebensmittel schenkt, nicht möglich. Wir sind auf sie angewiesen. Sie lockern den Boden und verarbeiten alles, was verarbeitet werden möchte, sie spalten Pflanzenreste auf, sodass sie von neuen Pflanzen zum Wachstum genutzt werden können.

Liebevoll verpackter Bausatz des DIY Hubus

Olga hat Würmer aus der Wurmkiste auf der Hand

Aber nun genug der Ode an den Wurm

Ich packe alles aus und schau mir erstmal die Liste der Holzelemente an, die im Baumarkt besorgt werden wollen. Alles ist leider nicht in dem Baukasten dabei, aber das würde auch wenig Sinn ergeben, so viel schweres Holz mit der Post zu verschicken.

Dann kommen mir die Corona-Maßnahmen in die Quere. Baumärkte sind nicht auf und wenn dann nur mit Drive-in. Und Auto gefahren bin ich seit fünf Jahren nicht. Also schicke ich meinen Mann, und mein Mann hat eine To-Do-Liste, die meine noch um Längen toppen kann. Eine Gesamtsituation, die der Prokrastination, auch Aufschieberitis genannt (Meine Rechtschreibkontrolle kennt keines der Wörter :-P)  nur zu gut in die Hände spielt. Einige Wochen gehen ins Land.

Doch dann ist das Material endlich da. Nun arbeite ich an meiner Motivation, die durch Corona und das durchaus bescheidene Frühjahrswetter ganz schön leidet. Als die ersten warmen Sonnenstrahlen doch endlich auf die Kölner Erde treffen, geht es los.

Ich bin nicht wirklich der Typ, der sich erst die ganze Anleitung anschaut und dann baut. Ich baue einfach drauf los. Das hat den Nachteil, dass es eine Weile dauert, bis mir das Gesamtbild klar wird, hat aber auch den Vorteil, dass ich mich nicht vom Prozess abschrecken lassen kann. Denn ich muss gestehen, ich habe die Komplexität der Bauaufgabe um Längen unterschätzt. Umso stolzer bin ich, dass ich es (bis auf die Materialbeschaffung) vollkommen alleine geschafft habe, dieses Prachtexemplar zusammenzuzimmern. Anja macht es möglich, die mich per Videoanleitung genau durch jeden Bauschritt führt. Und so säge, bohre, schraube, klebe und schleife ich. Das mit dem Tacker führte zu einem temporären Baustopp, denn natürlich überlese ich gekonnt, dass ich einen Möbeltacker brauche (den ich natürlich nicht zufällig zu Hause habe). Zum Glück besitzt mein bester Freund aber einen ebensolchen (was der nicht alles hat …), sodass es am nächsten Tag weiter gehen kann.

Olga sägt kräftig an der Wurmkiste
Levin erkundet den Akkuschrauber
Wurmkistenumzu der Würmer

Natürlich passt am Ende nicht alles so exakt wie es soll, aber auch diese Herausforderung meistere ich, worüber ich mich letztlich nur noch mehr freue. Als ich die letzte Schraube gestern Abend reindrehe, begleitet von Anjas Erläuterungen, mache ich innerlich Luftsprünge.

Nun ist Umzugstag. Ich lade das ganze Wurm-Kompost-Gemisch in den Hubus um und freue mich, dass die Ernte der Erde durch das Zwei-Kammermodell in Zukunft deutlich einfacher wird. Wenn die eine Seite voll ist, wird die zweite Seite befüllt und wenn in der ersten Seite nichts mehr zu futtern ist, wandern die Würmer einfach rüber.

Fazit

Es ist nicht ganz einfach, den DIY Kubus zu bauen, die Anleitung ist aber so gut, dass man es mit minimalem Geschick trotzdem hinbekommt. Selbst so ein professioneller Tisch, wie Anja ihn im Video benutzt, ist mir nicht vergönnt. Ich wandere zwischen Garten, Balkon und Kinderzimmer hin und her und nutze Bänke, Stühle und Betten als Unterstützung, nur um zu beweisen, dass es auch unter widrigsten Umständen geht – und es geht.

Was mir wirklich an dem Hubus gefällt, ist nicht nur sein schickes Design und die Selbsterfahrung, eine fähige Handwerkerin zu sein. Aus meinen ersten Erfahrungen weiß ich eben, dass die Wurmkiste für Neulinge viele Fragen aufwirft. Anja und Julia schicken mir nicht einfach nur den Karton zu. Zu jeder Wurmkiste gehört auch ein Onlineworkshop, wie man die Würmer am besten pflegt, es gibt zahlreiche FAQs auf der Homepage und einen Blog zu diversen Wurmthemen. Ich fühle mich hier auch nach dem Kauf rundum gut betreut und bekomme auf jede E-Mail schnell eine Antwort. Eine kleine Investition ist es schon, doch bekommt man ein wirklich gut durchdachtes Produkt dafür, an dem man lange Freude haben kann.

*der Beitrag enthält Werbung für ein tolles Produkt, von dem ich wirklich überzeugt bin.

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