Die Bücherhorterietis

In Köln wohnt man auf kleinem Fuß. Hier ist einfach alles viel zu teuer und jede Absteige findet einen glücklichen Mieter. Das fällt mir gerade wieder besonders auf, seit ich eine neue Wohnung suche. Da das Budget begrenzt ist, wird es wohl auf ein kleines Kämmerlein hinauslaufen. Aber bei meinem neuen Lebensstil kann das ja gar nicht so dramatisch sein. Wenn ich nur noch das besitze, was ich wirklich brauche, sollte eine kleine Wohnung doch reichen.
Meine letzten Umzüge haben immer wieder einiges an Krempel ans Tageslicht befördert, was ich seit Jahrhunderten nicht mehr angefasst habe – aber wegschmeißen will man es ja auch nicht. Diesmal nehme ich mir vor: alles bleibt zurück, was ich ein Jahr lang nicht benutzt habe. (Das werde ich sicherlich nicht schaffen :-D, aber ich gebe mir Mühe.)
Eines muss ich aber schon mal nicht durch die Gegend schleppen, und das ist mein Bücherregal. Das bleibt da stehen wo es ist. Was sonst noch ziemlich cool an meinem Bücherregal ist: Es stehen laufend neue Bücher drin, die ich alle noch nicht gelesen habe. Streng genommen gehört es auch gar nicht mir alleine. Es gehört allen und eigentlich ist es auch kein Regal, sondern eher ein Schrank. Der öffentliche Bücherschrank. Ihr habt ihn bestimmt schon erkannt.


Bücherschrank im Kölner Rheinauhafen

Ich finde, der Bücherschrank gehört zu den besten Erfindungen unserer heutigen Gesellschaft. Wie oft ließt man durchschnittlich ein Buch? Einmal. Ich zumindest. Ich lese Bücher nur einmal. Bevor ich ein Buch nochmal lese, lese ich lieber ein anderes, das ich noch nicht kenne. Den Rest seiner Lebenszeit steht das Buch einfach nur so rum – genau einmal gebraucht. Es verstaubt, verbraucht Platz, veraltet und geht bei jedem Umzug meinen armen Umzugshelfern auf den Sack.
Deshalb habe ich mich für den öffentlichen Bücherschrank entschieden.

Wer auch mal einen Blick in meinen Bücherschrank werfen möchte, findet hier eine ausgiebige Liste.