Es gibt drei gute Gründe auf klassisches Shampoo zu verzichten:

1. Gesundheit

Handelsübliche Shampoos sind nicht unbedingt das, was Haut und Haar wirklich brauchen. Ganz im Gegenteil. Sie verändern die Haarstruktur und machen die Haare abhängig, so dass man nahezu täglich seine Haare waschen muss.

Markenshampoo

Außerdem enthalten sind umweltbelastende Stoffe, die im Abwasser nicht abgebaut werden können, Allergene und sogar Krebs-verdächtige Stoffe. Werfen wir doch mal einen kurzen Blick auf die Zutatenliste:
Als Tensid, also der Stoff, der die Waschwirkung ausmacht wird häufig Sodium Lauryl Sulfat (SLS) oder Ammonium Lauryl Sulfat (ALS) verwendet. Beides sind scharfe Tenside, die Allergien auslösen können. Das SLS hat dazu noch jede Menge anderer Nebenwirkungen über grauen Star und Organschäden. Wer diesen Stoff auf der Verpackung sieht, sollte lieber die Finger davon lassen.
Als Emulgatoren, Tenside, Lösungsvermittler, Verdickungsmittel, Kämmbarkeitshilfen und Schaumstabilisatoren werden Polyethylenglycol (PEG) und Polypropylenglycol (PPG) eingesetzt. Diese werden aus krebserregenden Ausgangsstoffen und Erdölderivaten (also nicht nachwachsend) gewonnen. Sie haben eine hautirritierende Wirkung und machen die Haut durchlässiger, wodurch Schadstoffe leichter in den Körper eindringen.
Duftstoffe sind immer kritisch zu bewerten. Zwar sind nicht alle gefährlich, aber den genauen Inhalt nachzuvollziehen ist dem Verbraucher gar nicht möglich. Deshalb gild weniger Parfüm je besser.

Wenn ihr die Inhaltsstoffe all eurer Pflege- und Kosmetikprodukte mal genauer unter die Lupe nehmen wollt, könnt ihr hier noch mal nachlesen: Wenn Shampoo krank macht.

2. Umwelt

Und neben dem gesundheitlichen Risiken freut sich auch die Umwelt nicht über unseren hohen Shampoo-Konsum. Die eingesetzten Tenside beispielsweise, die für die Waschwirkung verantwortlich sind, belasten das Abwasser. Sie können auch in den Kläranlagen nicht vollständig abgebaut werden und gelangen somit in unsere Flüsse und auf unsere Felder.
Und natürlich wird das Shampoo in einer Plastikflasche verkauft, die standardmäßig aus nicht nachwachsen Rohstoffen hergestellt ist und nach Gebrauch im Müll landet.

3. Preis

Der Hauptinhalt einer Shampooflasche besteht nur aus Wasser. Davon abgesehen, dass dieses Wasser auf der Basis von Resourcen transportiert werden muss, wird es vom Verbraucher eben auch bezahlt. Und für so viel Wasser und ein paar krank machende Zusatzstoffe, ist die Shampooflasche dann doch ganz schön teuer. Und interessanterweise ist es meist so: Je teuerer das Produkt, desto billiger die Inhaltsstoffe.

Wer nur seinem Körper etwas Gutes tun möchte und der Umwelt ein bisschen, ohne sich weitere Gedanken zu machen, kann seine Körperpflegeprodukte einfach im Bioladen einkaufen. Eine Vielzahl an schädlicher Inhaltsstoffe sind in diesen Produkten per se verboten.

Wer aber auf Plastik verzichten will und sich auch finanziell positiver aufstellen möchte, der ist am besten mit einer festen Haarseife beraten. Aber Vorsicht, durch die Umstellung auf Naturprodukte kann sich das Haar zunächst spröde und ungesund anfühlen. Das fällt wohl unter den Grundsatz der Erstverschlimmerung. Aber nicht gleich aufgeben. Haut und Haare müssen sich erst daran gewöhnen, die bisherigen Inhaltsstoffe nicht mehr zu erhalten. Und das gilt wohl auch für jede alternative Methode des Haarpflegens. Also nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen 😉

Aber nun zurück zum ZeroWasteManagement:

Die wirklich simpelste Art, im Bereich des Shampoos den Müllberg zu senken, ist einfach: Seltener Haare waschen.
Bisher wasche ich meine Haare noch täglich. Beim wälzen der Erfahrungsberichte im Internet wird aber schnell deutlich, dass das völlig unnötig ist. Es gibt sogar Berichte von nur einer einzigen Haarwäsche in der Woche.
Ich habe schon das Gefühl fettiger Haare, wenn ich sie mir nicht jeden morgen wasche. Wie es scheint ist das aber, wie bei so vielem, nur einem Gewöhnungseffekt zuzuschreiben. Da ich kein Freund von radikalen Änderungen bin werde ich es langsam angehen und erst mal jeden zweiten Tag aussetzten und schauen wie weit ich komme…

Update 02. August 2013

Wow, das ging schnell. Zwei Tage habe ich mich auf der Arbeit ziemlich unwohl gefühlt, mit ungewaschenen, fettigen Haaren und das ging auch nur mit geschlossenen Haaren. Gestern habe ich sie dann das erste Mal an einem Nicht-Waschtag offen getragen. Das das so schnell geht habe ich nicht erwartet. Nun bleibe ich noch ein Weilchen bei dieser Frequenz und probiere dann noch mal zu steigern…

Update 16. Juni 2014

Mittlerweile bin ich bei vier bis fünf Tagen ohne Haare waschen angekommen.