Am Anfang dieses Experiments habe ich mal geschrieben, dass Getränke kein großes Problem darstellen. Ich fürchte diese Einschätzung muss ich revidieren.
Sehr viele, vor allem kohlensäurehaltige Getränke gibt es zwar in der Getränkeabteilung in Mehrwegflaschen. Ich persönlich trinke auch hauptsächlich Sprudelwasser. Spätestens wenn ich am Vortag aber mal drei Bier getrunken habe, bedarf es meinem vermatschten Kopf am nächsten Tag auch gerne nach einem kühlen Fruchtsaft.
Gefühlte 90 Prozent der Fruchtsäfte sind allerdings nur in Tetra Packs erhältlich.

Saft

Saftkartons aus Verbundmaterial

Weiter 5 Prozent in Einwegflaschen und die restlichen 5 Prozent gibt es tatsächlich in Mehrwegflaschen. Die sind dann aber wieder voller Zucker… Bei meinem letzten Versuch bei Rewe habe ich genau einen Saft in einer Mehrwegflasche ohne Zuckerzusatz gefunden. Im Bioladen sieht das schon anders aus – was aber nicht gerade für den Massenmarkt tauglich ist. Dafür habe ich ganz nebenbei noch etwas anderes tolles gefunden: Zitronensaft in Mehrwegflaschen. Man kann zwar Zitronen auch frisch auspressen, aber so ein Schlückchen immer griffbereit zu haben ist schon praktisch.
Aber wieder zurück zum Thema. Neben der Saftproblematik gibt es noch eine ganz andere Getränkeproblematik. Während wir einen Großteil unserer Getränke in der Vergangenheit in Mehrwegflaschen bezogen haben, gewinnt immer mehr die leichte Einwegflasche aus dem Discounter im handlichen 6-Pack an Bedeutung.

Wasser-Einweg

Einweg-Wasserflaschen

Was dabei schnell übersehen wird ist nicht nur die Plastikfolie in die das 6-Pack eingehüllt ist. Auch die Flaschen selbst sind zwar Pfandflaschen und somit unterliegen sie einer hohen Wahrscheinlichkeit in die Wertstoffkette zurückgeführt zu werden, aber genaugenommen sind sie auch nichts anderes als Müll. Denn auch sie werden erst zerstört und dann recycled. Ob man hieraus selbst neue Flaschen gewinnen kann, oder dieser Plastikmüll nur downcycled wird, also für weniger hochwertige Kunststoffprodukte verwendet wird, weiß ich gar nicht. Es bleibt aber ein hoher Energieaufwand bei Produktion und Recycling und der Einsatz von nicht erneuerbaren Ressourcen kommt hinzu.
Alles in allem haben wir uns sehr an den Griff zu dieser gemütlichen Getränkevariante gewöhnt. Deshalb werde ich bei mir nun verstärkt drauf achten, in welchen Flaschen die paar Getränke angeboten werden, die ich tatsächlich noch kaufe. Wasser kommt bei mir grundsätzlich eh aus der Leitung und wird selbst aufgesprudelt. Die Kontrollen des Leitungswassers sind hierzulande so streng, dass es eigentlich Zeitverschwendung ist, Wasserflaschen irgendwo hin zutragen. Gerade stilles Wasser wird LKW-weise durch die Lande gekarrt, von einer Quelle zur anderen (Man muss ja überall alles bekommen 😉 ), während qualitativ hochwertiges Trinkwasser aus dem Hahn tropft.