Wasserversorgung auf Reisen

Man kann auf vieles verzichten, wenn man es nur wirklich will. Auf Fleisch, auf Fruchtzwerge, auf Schokolade oder Goldschmuck. Aber ohne eines kommt man eben nicht aus. WASSER

Zu Hause war das kein großes Thema für mich. Leitungswasser und meine Sprudelmaschine haben mir das Leben leicht gemacht. Hier sieht das allerdings ganz anders aus. Leitungswasser zu trinken wäre sogar für meinen robusten Magen grob fahrlässig. Und so muss jeder Schluck Wasser in einer Plastikflasche gekauft werden.
Das ist nicht nur teuer, das ist auch ein Haufen Müll, der im Zweifelsfall irgendwo am Straßenrand landet oder verbrannt wird.
Lösen werde ich das Problem wohl nicht so schnell, aber abmildern kann ich es schon. Je nach dem wie lange wir an einem Ort bleiben, kaufen wir große Flaschen oder ganze Kanister und füllen sie in unsere kleinen Tagesflaschen um. Die Kanister, die es zumindest in Thailand überall zu geben scheint, sind Pfandkanister und werden wieder aufgefüllt. Plastik- und Glasflaschen werden häufig getrennt gesammelt und hin und wieder sieht man Menschen, die ganz wie bei uns zu Hause in die Mülleimer (hier eher Müllhaufen) reinschauen und Flaschen sammeln. Es scheint also auch hier eine Form der finanziellen Vergütung für diese Verpackungen zu existieren. Das das aus einem Verständnis für Müllvermeidung geschieht, wage ich zwar zu bezweifeln, aber dennoch ist es ein wertvoller Schritt.

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Pfandkanister auf Tonsai

 

Flaschentrennung auf Tonsai

Und jetzt möchte ich euch doch eine Lösung für das Dilemma vorstellen. Immer häufiger sehe ich solche Wasserautomaten und musste sogleich an den Milchautomaten denken. (Braucht die Welt etwa mehr Automaten?!)

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Der Wasserautomat

Die Funktionsweise ist recht simple: Flasche in die linke Öffnung stellen und rechts Geld einwerfen und Knöpfe drücken. Welcher Knopf und wie viel Geld konnten wir aus der thailändischen Beschriftung nicht herauslesen und haben also einfach mal 1 Baht eingeworfen, was ca. 2 Cent entspricht. Wie sich anhand der Dramaturgie der Satzstellung schon erahnen lässt, wollte das Wasser gar nicht mehr aufhören zu laufen und wir haben wild Köpfe gedrückt um den Strom zu stoppen.
Leider gibt es diese Automaten nicht überall, aber ich werde in Zukunft mit erhöhter Aufmerksamkeit danach suchen.

Und jetzt möchte ich den beiden Jo(h)ns noch einen kleinen Exkurs widmen:
Eines morgens komme ich also in unser Guesthouse und geselle mich zu Jon und John. Wie aus heiterem Himmel teilt John mir mit, dass er nach unserem gestrigen Gespräch (an das ich mich kaum erinnere) sein Zimmer gewechselt hat, um auf kleinerem Fuß zu leben. Außerdem wird er unsere entwickelte Wasserpolitik nachmachen und sein Wasser von nun an selbst abfüllen.
Wow, mir fehlten erstmal die Worte. So schnell zu verstehen ist eine Sache, dann aber auch unmittelbar zu Handeln, eine ganz andere. Ich war wirklich gerührt.