Haarseifen

Mein erster Versuch der Müllreduzierung beim Haare Waschen war eine Großpackung im 1 Liter Format, um das Shampoo-Verpackungsverhältnis zu verbessern. Mein zweiter das Reduzieren der Haarwäschen.
Nun möchte ich meine Wegwerf-Shampooflasche nicht nur seltener anfassen, sondern vollends loswerden. Auf Kosmetikprodukte in Mehrwegverpackungen kann ich wohl noch lange warten, also muss ich mir etwas anderes einfallen lassen.

Ich habe Rezepte und Erfahrungsberichte über alternative Haarpflege rauf und runter gewälzt. Man scheint sich ja auf die dollsten Arten die Haare waschen können. Apfelmus, Massieren statt Shampoonieren, Trockenshampoo…

Ich fange vorerst aber mal ganz harmlos an – mit dem Shampooriegel:
Shampoo am Stück – das höre ich jetzt zu ersten Mal, ist aber anscheinend gar nicht so unbekannt. Die Kosmetikkette ´Lush` vertreibt Shampooriegel bereits recht erfolgreich und teuer in allen Formen, Farben und Gerüchen. Der Vorteil am Shampoo in fester Form ist, dass es viel ergiebiger ist als seine flüssigen Verwandten und keine Kunststoffverpackung benötigt. Lediglich ein Werbetragende Streifen Pappe hüllt das Shampoostück ein, wenn überhaupt. Die bereits genannte Kosmetikkette kann ich aber leider trotzdem nicht empfehlen, denn auch sie verwenden das gesundheitlich eher ungünstige Sodium Lauryl Sulfate (SLS).

Wenn man nicht alles selber macht…

So habe ich dann aber ein recht simples Rezept gefunden, diese Shampooriegel selbst herzustellen:

Zubehör Haarseife

 

200g SLSA (Sodium Lauryl Sulfoacetate Pulver)
20g Öl
3g Lysolecithin
20g Glycerin
8g Wasser

Alles zusammenkneten, in Förmchen pressen, 2 Stunden bei 50 Grad in den Backofen und ca. einen Tag liegen lassen – Fertig.

Quelle:
http://knoodoo.blogspot.de/2010/01/rezept-fester-shampoobar.html

Aber hier noch etwas detailierter:
Sodium Lauryl Sulfoacetate (SLSA) ist ein mildes Tensid basieren auf Kokos- und Palmöl, das die Haut sehr gut verträgt.
SLSA ist ein sehr feines, weißes Pulver. Auf Grund seiner staubigen Konsistenz sollte es mit Mundschutz verwendet werden, da es in dieser Form reizend auf die Atemwege wirken kann.

Das verwendete Öl kann frei gewählt werden, je nach Haartyp. Denn hier kommen die verschiedensten Eigenschaften zustande, die einem Shampoo inne wohnen können: z.B. Olivenöl gegen Spliss, Kokos oder Aprikosenöl bei trockenem Haar, oder Kamille gegen Schuppen…
Ich habe mich für eine Mischung aus Olivenöl, Calendulaöl (für empfindliche Haut), Kokosöl, Aprikosenkernöl und Nachtkerzenöl (hilft gegen alles 😉 ) entschieden.

Lysolecithin ist ein Emulgator, damit sich die Inhaltsstoffe miteinander vermischen.

Glycerin ist ein Konservierungsmittel. Über dessen Bewertung kann man auch wieder geteilter Meinung sein, aber ich werde es jetzt erst mal gut sein lassen. All diese Zutaten habe ich mir spontan in einem Internetfachhandel bestellt.

Sie müssen nun sehr gut miteinander vermischt werden. Als Förmchen habe ich mir einfach Plätzchenformen ausgesucht und und die Masse hinein gedrückt. Um keine unnötige Energie zu verbrauchen, habe ich im ersten Versuch, die Förmchen in der Sonne trocken lassen. Das führte leider überhaupt nicht zum Ziel. Die Masse wurde einfach nicht hart.

Waschmasse in Förmchen

So bin ich also auf den Backofen umgestiegen. Ganz so einfach wie im Rezept ist es mir allerdings auch nicht ergangen. Es brauchte bis zu drei Backgängen, bis aus der eindrückbaren Masse endlich ein hartes Stückchen Seife entstand – aber es entstand.

Nun habe ich die zweite Haarwäsche hinter mir und bin echt überzeugt. Die Seife lässt sich gut verteilen, man reibt sie einfach direkt über den Kopf, genauso viel wie man benötigt. Eine große Umstellung meiner Haare konnte ich nicht ausmachen, wahrscheinlich weil ich auch vorher schon auf Naturkosmetik umgestiegen bin. Sie sehen gut aus und fühlen sich gut an 🙂

Fazit

Das Ergebnis des Experiments ist zwar toll, ob sich das für den Heimgebrauch allerdings lohnt, stelle ich in Frage. Die Zutaten kommen schließlich auch alle in Kunststoffverpackungen und ob ich die Reste jemals vollständig aufbrauchen kann bezweifele ich auch. Wer auf festes Shampoo umsteigen möchte findet mittlerweile so viele gute Handelsübliche Varianten, dass sich die Arbeit kaum lohnt.